Spinnkreis Retschow

Anleitungen Färben- Rezeptvergleich Indigo-Färbung

Bei der Recherche im Internet und in Büchern kommt schnell eine Vielzahl von Rezepten zusammen, die alle leichte Unterschiede aufweisen. Ich habe unter anderem aus diesen ausgewählt. Vorsicht: Keines der Rezepte habe ich 1:1 nachgearbeitet. Ich kann also für keines von ihnen garantieren. U.a. halte ich es für mutig, Wolle (auch nach Einweichen in warmem Wasser) in 55° warmes Wasser zu geben – sie könnte filzen.

Rezepte: Quelle: Internet / Bericht aus dem Chemie-Unterricht (für eine kleine Anfärbeprobe) 27 g Baumwolle
2 g Indigo
3 ml Natronlauge (35%ig)
5 g Natriumdithionit
1,5 l Wasser 40°C
2 ml Ammoniak (25%ig)
Temperatur konstant > 40° C

Quelle: Buch „Wolle färben mit Naturfarben“ von Iet van de Vrande für 100 g Wolle
3,5 l Wasser auf 55°C erwärmen,
7g Hydrosulfit vorsichtig einstreuen,
14 ccm Haushaltsammoniak (25%);
2g Indigo mit etwas Brennspiritus zu einer breiigen Masse rühren,
hinzugeben,
45 min auf 55°C halten, nach 45 min kann das Färben beginnen Wolle in warmem Wasser einweichen, dann in das 55°c warme Wasser geben, nach 15 min vorsichtig aus dem Indigo-Bad nehmen, ggf. nach dem Verblauen an der Luft erneut in die Küpe geben Quelle: Buch „Natürlich färben“ von Jackie Crook

5 g Indigopulver;
Feinwaschmittel;
150 ml Wasser,
6.5 ml Natronlauge;
7,5 g Hydrosulfit = Stammküpe
3.5 – 4,4 l wasser,
3g Perlleim (am Vorabend eingeweicht)
3 ml Ammoniak (25%ig),
2 g Hydrosulfit

Arbeitsvorschrift:


1) Gib in das 600ml-Becherglas 300ml Wasser und 50ml 3%ige Natronlauge. Stelle das Becherglas auf den Dreifuß und erhitze mit der nichtleuchtenden Brennerflamme bis auf 70° Celsius.
2) Gib währenddessen 6 Spatel (=1g) gepulverten Indigo und 10ml Brennspiritus in das 250ml-Becherglas. Gib noch 50ml Natronlauge hinzu und verrühre das Gemisch solange bis es klumpenfrei ist.
3) Wiege auf einem Filterpapier 10g Natriumdithionit (=24 Spatel) ab.
4) Fülle den Inhalt des 250ml-Becherglases in den 70°C heißen Inhalt des 600ml- Becherglases. Nimm den Brenner weg.
5) Schütte die 10g Natriumdithionit in das 600ml-Becherglas und rühre gut um.
6) Lege das zu färbende Material (immer nur ein Stück) in die Indigoküpe. Rühre gut um und quetsche das Material mindestens 2 Minuten in der Küpe, so daß es gleichmäßig mit der Küpe durchtränkt wird.

Lösung 1:
In einem Glasbehälter, in dem sich 0.5 l Wasser von 48°C befinden, werden 15 g Natriumhydroxid gelöst. Vorsicht Natronlauge ist stark ätzend! In einem zweiten Glas werden 15 g Indigo mit sehr wenig Wasser und einem Spritzer Spüli zu einem salbenähnlichen Teig zerrieben. Dieser Teig wird in die Natronlauge gegeben und sodann langsam 10 g Natriumhydrosulfit (1/3 der o.g.Menge) in dieser Mischung durch vorsichtiges Umrühren aufgelöst. Nicht zu heftig rühren, da sonst die Sauerstoffaufnahme gefördert würde! 1 bis 2 Stunden zugedeckt stehen lassen, bis die Lösung gelb oder dunkelgrünlich wird. In beiden Fällen sieht man eine klargelbe Farbe, wenn man einen Glas- oder Holzstab in die Lösung hineintaucht und wieder heraunimmt. Nach etwa einer halben Minute wird die Lösung blau.

Lösung 2
: In einem geschlossenen Gefäß mit 1.0l kaltem Wasser werden 20 g Natriumhydrosulfit aufgelöst. Man läßt die Mischung zugedeckt etwa 5 – 10 Minuten stehen.

Vorbereitung des Farbbades:


20 l Wasser, das auf 48°C erwärmt wurde, werden in einen Emaille- oder Polyethylen- Eimer, gefüllt (es ist zu berücksichtigen, daß dies Gefäß in ein zweite größeres gestellt werden kann, um ein Wärmebad zu erhalten). Dann gibt man 130 ml Lösung 2 in den Topf und läßt die Mischung 10 Minuten stehen. In einem kleinen Gefäß löst man 5 g Leim in wenig Wasser durch Kochen auf und gibt auch diese Lösung in den Eimer. Dann läßt man die Lösung 1 mit einem Schöpflöffel vorsichtig, ohne daß sich Luftbläschen entwickeln, seitlich an der Wand des Eimers hineinlaufen und rührt vorsichtig um. Das Umrühren muß sorgfältig und langsam vorgenommen werden, damit durch das Rühren kein Luftsauerstoff in das Farbbad gelangt. Nach 20 Minuten nimmt die Flüssigkeit eine hellgelbe Farbe an (auf der Oberfläche kann eine dünne, blaue Schicht schwimmen, wenn man die sie zur Seite schiebt, muß aber die gelbe Flüssigkeit zu sehen sein). Ist die Flüssigkeit jedoch grünlich, muß von der Lösung 2 noch ein wenig dazugegeben werden. Danach ist das Farbbad zum Färben fertig. Ist die Temperatur des Farbbades während der Färbung bis auf 30°C gesunken, so muß der Eimer in ein heißes Wasserbad gestellt werden ( z.B. ein Einkochtopf), bis die Temperatur wieder 48°C erreicht hat. Keinesfalls sollte die Temperatur höher steigen, da Indigo sich bei über 60°C zersetzt! Nimmt während der Färbung das Farbbad eine bläuliche Färbung an, so wird von der Lösung 2 dazugegeben; das Farbbad wird dann wieder gelb. Falls das Farbbad trüb wird, kann ein wenig Natronlauge dazugegeben werden. Ist ein besonders dunkles Blau gewünscht, wird die restliche Menge der Lösung 1 hinzugegeben. In gut verschlossenen Flaschen kann die Lösung 1 und 2 bis zur nächsten Färbung aufbewahrt werden.

Färben


Die zu färbende Wolle, Baumwolle oder Seide wird vorher eine Stunde lang mit Wasser durchnäßt. Um die Appretur bei neuen Baumwollstoffen zu entfernen, sind sie vorher mit Seife zu waschen und evtl. zu kochen; ansonsten wird die Färbung ungleichmäßig. Aus der Wolle oder den zu färbenden Textilien wird das überflüssige Wasser ausgepreßt. Vorsichtig und langsam hängt man dann das zu färbende Gut ganz in das Farbbad hinein. Während des Färbevorgangs wird einige Male mit einem Glas- oder Holzstab durchgerührt, ohne das Färbegut an die Oberfläche zubringen. Nach einer halben Stunde wird das Färbegut herausgenommen. Das heruntertropfende Wasser darf nicht in den Eimer zurücktropfen. Die Wolle oder Textilien werden nicht ausgewrungen auf eine Wäscheleine gehängt und eine halbe Stunde belüftet. Ein einmaliges Färben nach diesem Verfahren kann schon ausreichend sein. Um aber eine gleichmäßige Färbung zu erzielen, ist es vor allem bei Baumwolle notwendig, den Färbevorgang 2 oder 3mal zu wiederholen. Bei jedem Eintauchen wird das Textilstück eine halbe Stunde im Farbbad gelassen und eine halbe Stunde belüftet. Nach Beendigung der Färbung und einer Belüftungszeit von etwa einer Stunde wird die Wolle oder die Textilien mit kaltem Wasser einige Male gewaschen. Um die restlichen Basen zu neutralisieren, gibt man in den letzten Waschgang etwas Zitronensäure.
Dagmar 

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