Spinnkreis Retschow

Faserbibliothek- Walliser Schwarznasen

Walliser Schwarznasen in der Nutztierarche Stocksee

Bild Walliser Schwarznasen
Die grobe Wolle wurde zu robusten Textilien verarbeitet. Durch die sinkende Nachfrage nach Wolle waren die Schwarznasen jedoch selten geworden und in ihrem Bestand bedroht. Hobbyzüchter erhielten die Rasse und sie erfreut sich heute wegen ihres skurrilen Aussehens und wegen ihres freundlichen Wesens großer Beliebtheit. Schwarznasen können sehr zutraulich werden.

Das Gesicht mit auffälliger Ramsnase, Ohren, Knie und Fesseln sind lackschwarz gefärbt. Die übrige Wolle ist reinweiß. Der Wollertrag ist enorm, denn die Wolle wird bis zu 20 cm lang.

MERKE: In ihrer Herkunftsregion gelten Walliser Schwarznasen als robuste, anspruchslose Futterverwerter, die auch Brennnesseln und Diesteln fressen. Unsere einheimischen Züchter machten allerdings die Erfahrung, daß bei uns hier im Norden den Tieren die fetten, eiweißreichen, feuchten Weiden nicht sehr bekommen. Durch Kupfermangel und zuviel Eiweiß bekommen sie weiche Hörner und Hufe. Sie sind bei uns nicht unbedingt winterwettertauglich, da sich ihr langes Fell auf dem Rücken scheitelt und die Tiere so anfällig für Regen und Schnee werden, der direkt auf die Haut gelangt. (In den Alpen werden die Tiere nach dem Almabtrieb winters über im Stall gehalten.) Deshalb bedürfen sie hier im Norden besonderer Aufmerksamkeit und Fürsorge, was jedoch ihrer Beliebtheit keinen Abbruch tut.

Walliser Schwarznasen

Faserfakten

Vliesgewicht: 3 - 4 kg Wolle, Böcke liefern etwas mehr.
Stapellänge: 20 cm; 10 cm bei üblicher zweimaliger Schur pro Jahr.
Faserfeinheit: 28 - 33 Mikron
Flockencharakter: feste Flocke mit wenig Kräuselung mit nur leicht zulaufenden Spitzen.
Natürliche Farben: cremeweiß (Ein brauner Farbschlag ist unter dem Namen „Walliser Landschafe“ als eigene Schafrasse anerkannt.)

Verwendung

Färben: Die weiße Wolle nimmt Farben gut an.
Faservorbereitung und Spinntipps: Die Wolle ist für die Spinnerinnen eine Wohltat, denn sie läßt sich ohne große Vorbereitung direkt aus der Flocke heraus verspinnen. Das Spinnen ist einfach, macht große Freude und ist auch für Anfänger geeignet. Gewöhnungsbedürftig ist das klebrige Wollfett, daß zumindest teilweise ausgewaschen werden sollte, da es ansonsten die Verarbeitung erschwert.
Stricken, Knüpfen, Weben, Filzen: Die Wolle ist hervorragend für die Teppichherstellung, sowie Knüpfen und Weben geeignet. Für Strickpullover ist die Wolle eventuell etwas zu grob. Lammwolle läßt sich aber sicher auch für Strickprojekte verwenden.
Bestens bekannt für ihr einzigartiges Aussehen und zutrauliches Wesen, ebenso für enormen Wollertrag und leicht zu verspinnende Wolle.

Wolle und Bilder: Andreas und Astrid Holdstein/Stocksee, nutztierarche-stocksee@web.de,
www.schöne-schafe.de



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