Spinnkreis Retschow

Faserbibliothek- Alpaka

Alpakas in den Anden

Bild Alpaka
Alpakas sind in den südamerikanischen Anden zu Hause. Es gibt zwei Arten Alpakas, das Huacaya und das Suri. Diese unterscheiden sich durch die Struktur ihres Fells. Das Huacaya hat feine, gekräuselte Haare mit wenigen weichen Grannenhaaren. Durch diese Fellstruktur sieht das Huacaya vergleichsweise rund und teddyhaft aus. Das Suri hat gelockte, in Strähnen herabhängende Haare, die auf dem Rücken gescheitelt sind. Als Wolllieferant verfügt das Alpaka über die größte natürliche Farbpalette unter den Fasertieren. Es werden 22 natürliche Farben und 60 Farbschattierungen unterschieden. Es gibt einfarbige und gescheckte Tiere. Die Alpakafaser ist innen hohl und verfügt dadurch über ein außerordentliches Isolationsvermögen. Die Faser kann 25% des Eigengewichtes an Wasser aufnehmen und nach außen abgeben. Im Gegensatz zu Schafwolle wirkt Alpakawolle schwer, ist fettfrei und antistatisch. Dadurch ist sie auch für Allergiker geeignet.
Bild Alpaka

Faserfakten

Vliesgewicht: 3 - 4 kg
Stapellänge: Huacaya 5 - 15 cm, im Durchschnitt 7 cm bei einer Schur pro Jahr
Faserfeinheit:E Babyalpaka 20 - 23 Mikron, sonst 23 - 27 Mikron
Flockencharakter: Huacayawolle wirkt fluffig und glänzt, hat aber keine typische Flocke
Natürliche Farben: weiß, braun von hell bis sehr dunkel, sowie rotbraun, grau von silbergrau bis anthrazit, schwarz und gefleckt

Verwendung

Färben: weiße Alpakawolle nimmt Farben hervorragend an, allerdings im Vergleich zu Schafwolle immer etwas anders nuanciert.
Vorbereitung und Spinntipps: Im Handel erhältliche Wolle stammt fast immer - genau wie diese Proben - vom Huacaya. Die Stapellänge betrug 5 - 7cm. Die recht sauberen Proben wurden mit Regenwasser gewaschen, nach dem Trocknen einmal durch den Wollwolf geschickt und kardiert. Der Wollwolf erzeugte eine wahre Alpakawolke und das Kardenvlies an sich ist schon so warm, dass man es am liebsten als Schal tragen würde. Die braune Probe wurde im kurzen Auszug nach hinten versponnen und navajoverzwirnt. Das Spinnen erfordert schon ein wenig Erfahrung, da die relativ kurzen und glatten Fasern schnell aus der Hand gleiten können. Für Anfänger ist Alpaka nicht zu empfehlen. Leichter spinnt sich Alpaka im langen Auszug, kann sehr gut mit Schurwolle gemischt werden, die dem Garn etwas Elastizität gibt.
Stricken: Alpakawolle fügt jeglichem Fasermix Flausch hinzu, verstrickt sich gut und filzt.
Bestens bekannt für: Farbvielfalt sowie glänzende, wärmende, nicht elastische Wolle mit Wohlfühl-Flauschcharakter, die am Besten als Mix mit Schafwolle, Angora oder Seide verarbeitet wird.

Bilder: Bild 1 - Laura Benz/ Hamburg, Bild 2 - Rita Pentzien/ Retschow

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